Gesundheitspolitische Forderungen DAK-Gesundheit

Ziele DAK-Gesundheit

A. Krankenkasse

Als Interessenvertreter der Mitglieder und Versicherten der DAK-Gesundheit haben wir vorrangig die Interessen unserer Mitglieder im Fokus. Wir fordern daher:

Schluss mit der Mehrklassenmedizin

Alle Versicherten müssen die notwendigen und ihnen gesetzlich zustehenden Leistungen zeitnah erhalten. Eine Rationierung von Leistungen und gesetzliche Einschränkungen jeglicher Art lehnen wir als DAK-Mitgliedergemeinschaft für die bei der DAK-Gesundheit gesetzlich-versicherten Menschen ab. Wir fordern eine zügigere Freigabe von neuen Behandlungsmethoden durch den gemeinsamen Bundesausschuss, damit auch gesetzlich Versicherte davon profitieren können und Neuerungen nicht lange Zeit nur privat versicherten Menschen offenstehen.

Wir stehen für eine verlässliche Finanzierung und mehr fairen Wettbewerb in der solidarisch finanzierten gesetzlichen Krankenversicherung. Auch sind wir für die Bekämpfung von Manipulation und Korruption im Gesundheitswesen.

Die Absicherung der Risiken im Krankheits- und Pflegefall muss für die Versicherten bezahlbar bleiben. Darüber hinaus ist die ärztliche Versorgung, besonders in den ländlichen Regionen, sicherzustellen. Pflegebedürftige und pflegende Angehörige sind zu unterstützen.

Versandapotheken als Teil einer gesicherten Versorgung

Die DAK-Mitgliedergemeinschaft spricht sich für den Erhalt und gegen die angedachten Einschränkungen der Geschäftsfelder von Versandapotheken aus. Ein Wettbewerbssystem, das den Wettbewerb zwischen Versand- und stationären Apotheken steigert und die Versorgungssicherheit auf dem Land (durch z.B. neue Anreize) gewährleistet, führt zum Wohle der Versicherten. Als Vertreter der Mitglieder steht die DAK-Mitgliedergemeinschaft für einen Wettbewerb zwischen den Apotheken ein.

Freie Arztwahl

Die freie Arztwahl ist die Grundlage einer vertrauensvollen Arzt-/Patienten-Beziehung. Darüber hinaus muss in der medizinischen Versorgung dem Menschen mehr Aufmerksamkeit und Zuwendung geschenkt werden.

Finanzierung in gleichen Teilen von Versicherten und Arbeitgebern

Wir kämpfen auch nach 2016 für die hälftige Beteiligung der Arbeitgeber an der Finanzierung der Krankenkassenbeiträge. Ein größerer Teil des Beitrages wird jetzt schon allein von den Versicherten gezahlt. Der Zusatzbeitrag sogar ausschließlich. Arbeitgeber profitieren von den Errungenschaften und Leistungen der Kasse (zB im Rahmen des betrieblichen Gesundheitsmanagements, dem Krankengeld etc.), so dass eine paritätische Finanzierung gerecht ist.

Unsere gesundheitspolitischen Forderungen:

  1. Keine Mehrklassenmedizin
  2. Freie Arztwahl
  3. Finanzierung der gesetzlichen Versicherung zu gleichen Teilen von Arbeitgeber und Arbeitnehmer
  4. Ausbau der Vorsorgeuntersuchungen
  5. Weitere Förderung der Rehabilitationsangebote
  6. Selbstverwaltung stärken, geringere Einflussnahme des Staates erwirken
  7. Eigenverantwortung und Selbsthilfe der Bürgerinnen und Bürger stärken und unterstützen

B. Pflegekasse

Wir wollen eine starke und handlungsfähige Pflegeversicherung

Unsere Gesellschaft verändert sich demografisch zunehmend; auf Grund des medizinischen Fortschritts können sich immer mehr Menschen eines langen „Unruhestandes“ nach Beendigung ihrer beruflichen Tätigkeit erfreuen und erreichen ein hohes Alter. Diese erfreuliche Tatsache bedeutet aber gleichzeitig, dass viele ältere Menschen dann auf Hilfe und Pflege angewiesen sein werden. Jeder von uns möchte seiner Zukunft ohne Sorge entgegensehen können und jeder von uns möchte seine Angehörigen, die jetzt bereits der Pflege bedürfen, gut versorgt wissen.

Darum ist die Pflegeversicherung ein wichtiger und unverzichtbarer Bestandteil der gesetzlichen Sozial-Sicherungs-Systeme und muss entsprechend den gesellschaftlichen Anforderungen ständig verbessert und weiterentwickelt werden.

Gute Betreuung Zuhause und in Pflegeeinrichtungen

Für unsere DAK Mitgliedergemeinschaft ist ein würdiges, möglichst selbstbestimmtes Leben im Alter ein Recht jedes Einzelnen und da unsere Gesellschaft aktuell nicht ausreichend darauf eingestellt ist, wollen wir uns mit all unseren Möglichkeiten dafür einsetzen, eine gute Betreuung der pflegebedürftigen Menschen, sowohl Zuhause wie auch in den Pflegeeinrichtungen, in guter Qualität sicherzustellen.

Mehr Anerkennung der Leistung des Pflegepersonals

Dazu gehört auch, dass die soziale Anerkennung der oft schweren und aufopferungsvollen Arbeit des Pflegepersonals einen höheren Stellenwert in unserer Gesellschaft erhält. Es ist unverständlich, dass bei der Altenpflegeausbildung die Schüler ihre Ausbildung größtenteils selbst bezahlen müssen, während die Ausbildung der Pflege in Krankenhäusern vom Staat bezahlt wird. Es müssen Anreize geschaffen werden, den Pflegeberuf attraktiver zu gestalten, um somit den künftigen Personalbedarf sicherzustellen. Der Personalschlüssel in den Pflegeheimen muss verbessert werden, damit die Qualität der Pflege gesteigert werden kann.

Hierzu ist es erforderlich, dass sich der Staat, sowohl die Länder als auch der Bund, bei der Finanzierung der Pflegeinrichtungen stärker engagiert.

Pflegestärkungsgesetz 2017: Es braucht noch mehr

Wir begrüßen das neue Pflegestärkungsgesetz, dass am 1. Januar 2017 in Kraft getreten ist und eine deutliche Verbesserung in der Pflege unserer älteren Mitbürger mit sich bringt, da es den Begriff der Pflegebedürftigkeit neu definiert und auch dementielle Erkrankungen als pflegeverursachend würdigt.

Es bindet die Kommunen stärker in die Organisation der Pflege ein, damit der Grundsatz „ambulant vor stationär“ gestärkt und die notwendige Infrastruktur geschaffen werden kann. So muss z. B. geeigneter Wohnraum für betreutes Wohnen zur Verfügung gestellt werden. Pflegebedürftige Menschen haben auch oft Hilfebedarf, der weit über das Leistungsspektrum der Pflegeversicherung hinausgeht. Dafür müssen gemeindenahe Dienste geschaffen und finanziert werden. Es müssen Möglichkeiten geschaffen werden, die es Pflegekräften erlauben, den Pflegbedürftigen auch mehr menschliche Zuwendung zukommen zu lassen.

Stärkung Hospiz-Angebote

Die Stärkung unserer Hospize, stationär oder ambulant, war und ist für uns unverzichtbar, um jedem Menschen ein würdiges Sterben zu ermöglichen. Wir haben uns für die Verbesserung der Finanzierung der Hospize eingesetzt und werden auch dieses Ziel, trotz bereits erreichter Erfolge, nicht aus den Augen verlieren.