Interview zur Sozialwahl

Interview zur Sozialwahl mit Walter Hoof und Dieter Schröder von der DAK Mitgliedergemeinschaft

Der Informationsdienst „Information und Meinung“ (I & M) der DAK Mitgliedergemeinschaft im Gespräch mit Dieter Schröder, Verwaltungsratsvorsitzenden der DAK-Gesundheit und Vorstandsmitglied der DAK Mitgliedergemeinschaft und dem Vorsitzenden der DAK Mitgliedergemeinschaft Walter Hoof.

Walter Hoof und Dieter Schröder

Walter Hoof, Vorsitzender der DAK Mitgliedergemeinschaft und Dieter Schröder, Verwaltungsratsvorsitzender der DAK-Gesundheit (DAK-G) und Vorstandsmitglied der Mitgliedergemeinschaft.

 

I & M: Herr Hoof, warum sollte ich die DAK Mitgliedergemeinschaft (DAK MG) und nicht eine andere Gruppierung wählen?

Hoof: Es gibt viele gute Gründe, die für die DAK Mitgliedergemeinschaft (im Folgenden: DAK MG) sprechen. Unsere fundierten Kenntnisse in der Sozialversicherung. Die DAK MG ist dort seit 1955 tätig mit dem Schwerpunkt bei der DAK-Gesundheit (im Folgenden: DAK-G). Unserer Unabhängigkeit gegenüber jeglichen Interessengruppen und besonders wichtig. Auch unsere guten Kontakte zu unseren Mitgliedern und unseren Versicherten erlaubt es uns deren Interessen wirksam zu vertreten.

I & M: Unabhängig nennen sich viele Gruppierungen …

Hoof: Das stimmt. Aber sind alle unsere Mitbewerber wirklich unabhängig? Ich glaube nicht. In einer Gruppierung, die sich für den Verwaltungsrat der DAK-G bewirbt, sind beispielsweise viele ehemalige DAK-G Mitarbeiter vertreten. Ein früherer Verwaltungsratsvorsitzender, nominiert von dieser Gruppierung, war bis vor einigen Jahren Abteilungsleiter in der DAK-G. In einer anderen Gruppierung wirkt der Repräsentant eines Pharmakonzerns in den Ausschüssen der DAK-G mit. Es würde also jemand, der eventuell Geschäfte mit der DAK-G macht, auf der Anbieterseite sitzen und gleichzeitig im Verwaltungsrat eines Unternehmens tätig sein, welches diesem Konzern Aufträge erteilt. Und dass man bei den Gewerkschaften, die ebenfalls bei der Sozialwahl antreten, nicht von Unabhängigkeit sprechen kann, versteht sich von selbst.

I & M: Wie unabhängig ist denn die DAK Mitgliedergemeinschaft?

Schröder: Wir erhalten keinerlei finanzielle Mittel von irgendeiner Institution. Wir finanzieren uns nur aus den Beiträgen unserer Mitglieder. Keiner unserer Kandidaten für den Verwaltungsrat ist oder war je bei der DAK-G angestellt. Gewerkschaftsfunktionäre und Leistungsnehmer der DAK-G werden Sie von der MG ebenfalls nicht im Verwaltungsrat finden. Wir vertreten ausschließlich die Interessen der Versicherten. Unsere Kandidaten sind DAK-G Mitglieder wie Sie und kennen Ihre Probleme.

I & M: Ein leidiges Thema ist der Zusatzbeitrag bei der DAK-G, wie stehen Sie dazu?

Schröder: Wir haben schweren Herzens dem Zusatzbeitrag zugestimmt. Mittlerweile erheben alle Krankenkassen einen Zusatzbeitrag. Im Jahre 2017 haben 25 Kassen ihren Zusatzbeitrag erhöht. Die DAK-G erhöht ihren Zusatzbeitrag 2017 nicht. Wir setzen alles daran, dass sich der Zusatzbeitrag in den nächsten Jahren auf dem durchschnittlichen Niveau aller Kassen bewegt. Wichtig für uns ist auch, dass der Krankenkassenbeitrag wieder hälftig von Versicherten und Arbeitgebern getragen wird. Es darf nicht sein, dass aktuelle und zukünftige Beitragssteigerungen nur von den Versicherten gezahlt werden!

I & M: Warum musste die DAK-G einen Zusatzbeitrag einführen?

Hoof: Schuld daran sind vor allem die Regelungen des Gesundheitsfonds, den die Große Koalition eingeführt hat. Die DAK-G war und ist eine Premium-Krankenkasse. Ihre Beitragssätze waren seit Langem etwas höher als die von anderen Kassen. Dafür bietet die DAK-G aber auch hohe Leistungen, einen sehr guten Service und unterhält bis heute ein bundesweites Geschäftsstellennetz. Diese Mehrleistungen werden bei einheitlicher Zuweisung aus dem Gesundheitsfonds an die Krankenkassen nicht honoriert. Eine Kasse ohne Geschäftsstellen mit relativ niedrigen Leistungen bekommt genau so viel Geld zugewiesen wie die servicestarke DAK-G. Das kann nicht funktionieren. Auch werden die Leistungskosten unserer vielen älteren Versicherten nicht ausreichend und gerecht aus dem Fonds gezahlt. Gleiches gilt für Mitglieder mit hohe Kosten verursachenden Krankheiten.

I & M: Was leisten Sie im Verwaltungsrat für die Krankenkassenmitglieder der DAK-G, die Sie ja wählen sollen?

Schröder: Neben den wichtigen gesetzlichen Aufgaben eines Verwaltungsrates, die auf den Internetseiten der DAK-G und den Seiten www.sozialwahl.de näher ausgeführt sind, vertreten wir die Interessen der Versicherten gegenüber der DAK-G. Wir setzen uns für eine angemessene Anzahl von Geschäftsstellen in ganz Deutschland ein, damit der ortsnahe Service erhalten bleibt. Moderne Kommunikationsmedien wie das Internet, die eine schnelle Betreuung unserer Mitglieder ermöglichen, müssen weiter ausgebaut werden. Sinnvolle freiwillige Leistungen der DAK-G müssen erhalten bleiben bzw. weiterentwickelt werden. Sollten einmal Meinungsverschiedenheiten zwischen Mitgliedern und der DAK-G auftreten, sind wir in sogenannten Widerspruchsausschüssen tätig. Dort vertreten wir die Interessen der Versicherten gegenüber der DAK-G, unter Berücksichtigung der gesetzlichen Vorschriften.

Hoof: Herr Schröder und ich sind uns einig, dass wir uns persönlich den berechtigten Anliegen unserer Versicherten verpflichtet fühlen. Bei Fragen oder Problemen erreichen Sie uns unter Kontakt. Wir gehen den Fragen und Beschwerden nach und versuchen diese möglichst im Interesse des Mitgliedes zu lösen. Dabei erfahren wir auch, wo viele Versicherte der Schuh drückt. In den Gremien der DAK-G können wir dann gezielt auf Abhilfe drängen. Wir setzen uns für eine effiziente und wirtschaftlich arbeitende Verwaltung ein. Die dadurch erzielten Qualitätsfortschritte und Kosteneinsparungen kommen unseren Versicherten direkt zugute.

Schröder: Eine gute Kasse ist nur so leistungsfähig wie ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter! Deshalb achten wir darauf, dass alle DAK-G Mitarbeiter/innen von ihrem Arbeitgeber respektvoll behandelt werden, dass sie über gute Fachkenntnisse verfügen und angemessene Arbeitsbedingungen vorfinden. Wie in der Vergangenheit auch, werde ich für persönliche Belange der Mitarbeiter stets ein offenes Ohr haben. Vertrauliche Gespräche mit mir sind immer möglich.

I & M: Ist die DAK Mitgliedergemeinschaft auch außerhalb der DAK-G tätig?

Schröder: ja, bei der Deutschen Rentenversicherung Bund (DRV Bund), bei der DRV-Regionalträger Braunschweig-Hannover und nach der nächsten Wahl bei der DRV-Saarland. Hier vertreten wir nicht nur die Interessen der DAK-Mitglieder, sondern aller rentenversicherten Menschen. Innerhalb der Rentenversicherung engagieren wir uns in der Vertreterversammlung, im Vorstand und in verschiedenen Ausschüssen. Auch die 180 von uns benannten Versichertenberater kümmern sich um die persönlichen Fragen und die Rentenangelegenheiten aller Versicherten. Um unseren sozialpolitischen Zielen gegenüber der Regierung mehr Gewicht zu verleihen, sind wir auch in der „Arbeitsgemeinschaft unabhängiger Mitgliedergemeinschaften der Krankenkassen (AGuM)“ vertreten. Bei der DRV Bund sind wir auf der Liste 8 vertreten und bitten Sie dort um Ihre Stimme für unsere DAK Mitgliedergemeinschaft.

I & M: In welchen anderen Gremien engagiert sich die DAK Mitgliedergemeinschaft noch?

Hoof: Wir beteiligen uns maßgeblich am Meinungsbildungsprozess beim Verband der Ersatzkassen (vdek). Der vdek ist die Interessensvertretung aller Ersatzkassen. Die Mitgliedschaft in dieser wichtigen Organisation nutzen wir, um unsere sozialpolitischen Ziele im Interesse unserer Versicherten durchzusetzen. Ebenso wirken wir mit im „Spitzenverband Bund der Krankenkassen“, dem Zusammenschluss aller Krankenkassen. Diese beiden Gremien werden in gesundheitspolitischen Fragen von der Bundesregierung angehört. Unsere Vorstellungen fließen so in die politischen Entscheidungen ein. Leider sind bei der aktuellen Regierung, wie auch der Vorgängerregierung, ebenso wie im Bundestag, einige gesundheitspolitische Entscheidungen gegen unser ausdrückliches Votum getroffen worden.

I & M: Auf welchen Gebieten ist die DAK Mitgliedergemeinschaft noch tätig?

Schröder: Da mittlerweile immer mehr Entscheidungen für das deutsche Gesundheitswesen in Brüssel fallen, ist es für uns erforderlich, auch international tätig zu sein. Hierbei ist es wichtig, rechtzeitig von Vorhaben, die unser Gesundheitswesen betreffen, zu erfahren und möglichst entsprechend unseren Grundsätzen Einfluss zu nehmen.

Ich vertrete deshalb unsere Mitgliedergemeinschaft in den Gremien:

  • DSGG (Deutsch-Schweizerischen Gesellschaft für Gesundheitspolitik) und in der
  • Deutsch-Österreichischen Kommission zur Beratung von Fragen der sozialen Krankenversicherung.

I & M: Gibt es sonst noch etwas, das Sie unseren Leserinnen und Lesern mitteilen möchten?

Schröder/Hoof: Sie haben sich über unsere umfangreiche Arbeit bei der DAK-G, der Deutschen Rentenversicherung und den weiteren Gremien der Sozialversicherung, informiert. Diese erfolgreichen Tätigkeiten möchten wir auch nach der Sozialwahl am 31. Mai 2017 für Sie fortsetzen.

Wir bitten Sie deshalb um Ihre Stimme bei der DAK-Gesundheit (Liste 1) und bei der Deutschen Rentenversicherung Bund (Liste 8).

I & M: Herr Schröder, Herr Hoof, vielen Dank für das Gespräch.

Das Gespräch führte Meinhard Johannides, Schriftleiter von „I & M“
(Information und Meinung der DAK-Mitgliedergemeinschaft).