Horst Zöller und Dieter Schröder
Wahlen: Verwaltungsratsvorsitzender ist Dieter Schröder – Horst Zöller sein Stellvertreter
7. September 2017
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18. September 2017
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Dieter Schröder – VR-Vorsitzender – zum Start in die Legislaturperiode 2017 – 2023

© Foto: DAK

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(Es gilt das gesprochene Wort)

 

Sehr geehrte Damen und Herren, sehr geehrte Kolleginnen und Kollegen, sehr geehrte Gäste,

Dieter Schröder

Dieter Schröder, Verwaltungsratsvorsitzender

fast alle Formalitäten sind erledigt und der Verwaltungsrat der 12. Legislaturperiode ist konstituiert. Wir können nun unsere Arbeit aufnehmen und werden das auch gleich tun, indem wir erste Beschlüsse zur Satzung zu tätigen haben. Ich danke Ihnen nochmals für das Vertrauen, dass Sie mir mit der Wahl zum Verwaltungsratsvorsitzenden entgegengebracht haben.

Liebe Kolleginnen und Kollegen,

die Konstituierung, die wir heute vollzogen haben, steht den Politikern des 19. Deutschen Bundestages noch bevor. Genauso wie deren Wahl am 24. September, die wir ja bereits am 31. Mai beendet haben und aus der dieser Verwaltungsrat hervorgegangen ist. Es ist daher zunächst einmal rein spekulativ, wie die politische Konstellation sein wird, die uns in die kommenden vier Jahre führen wird.

Sicherlich gibt es Wahrscheinlichkeiten und wer heute darauf wettet, dass Frau Merkel auch noch die künftige Bundeskanzlerin sein wird, würde in Wettbüros wahrscheinlich keinen hohen Gewinn für seinen Einsatz einstreichen. Aber dies gilt es erst einmal abzuwarten, haben doch die bisherigen Wahlen in diesem Jahr ja auch überwiegend Ergebnisse ergeben, die im Vorfeld so nicht viele erwartet haben.

Liebe Kolleginnen und Kollegen,

unerheblich davon, wie diese Wahl ausgehen und welche Koalition im Anschluss dieses Land regieren wird, ist es unsere Aufgabe, unsere Interessen zu formulieren und an die verantwortlichen Politiker zu adressieren. Das haben wir ja auch bereits mit dem Gesundheitspolitischen Kompass – Positionen der DAK-Gesundheit zur Bundestagswahl getan, die noch der alte Verwaltungsrat im März dieses Jahres verabschiedet hat. Aber ich möchte an dieser Stelle auch nochmals die Gelegenheit ergreifen, auf unsere wichtigsten Forderungen aufmerksam zu machen, die Reformen des Morbi-RSA und die Wiederherstellung der Beitragsparität. Beides Themen und beides Forderungen, die viel mit Gerechtigkeit zu tun haben und die – und das betrifft insbesondere Änderungen im Morbi-RSA – unabdingbar sind, um einen gerechten Wettbewerb zwischen den Krankenkassen zu gewährleisten. Bereits im Dezember 2016 hat Bundesgesundheitsminister Gröhe dem wissenschaftlichen Beirat zur Weiterentwicklung des Risikostrukturausgleiches beim BVA den Auftrag erteilt, in einem Sondergutachten die Wirkungen des Morbi-RSA zu überprüfen sowie die Folgen relevanter Vorschläge zur Veränderung des Morbi-RSA abzuschätzen. Weiterhin wurde der Wissenschaftliche Beirat im Juni 2017 beauftragt, im Anschluss daran bis zum 30. April 2018 im Rahmen eines weiteren Gutachtens die regionalen Verteilungswirkungen des Risikostrukturausgleichs zu untersuchen. Dies sind wichtige Untersuchungen, weil sie an den richtigen Stellen anpacken und zu Ergebnissen führen könnten, die zu den soeben genannten gerechteren Verteilungswirkungen im RSA führen könnten. Dafür ist es aber auch genauso wichtig, dass diese Gutachten unter einer neuen Regierung nicht, wie schon so oft geschehen – denken Sie nur an die Reformen zur Pflegeversicherung – in irgendwelchen Schubladen verschwinden und nicht mehr das Tageslicht erblicken. Ich denke, wir müssen alles dran setzen, dass im Morbi-RSA Veränderungen umgesetzt werden. Wir sind diejenigen, die diese Veränderungen brauchen. Die AOKen dagegen werden versuchen, dies zu verhindern. Es wird uns also niemand diese Arbeit abnehmen. Bleiben wir also dran, sowohl von Selbstverwaltungsseite als auch von Seiten des Vorstandes.

Liebe Kolleginnen und Kollegen,

gleiches gilt auch für die Reform der Aufsicht. Unser Vorstand hat den überaus sinnvollen Vorschlag unterbreitet, die Aufgaben der Kassenaufsichten neu zu strukturieren. Sie haben hierzu alle eine Publikation erhalten. Auch bei dieser Thematik bestehen die dringende Notwendigkeit und auch die Möglichkeit, Änderungen herbeizuführen, um Ungleichbehandlungen durch Kassenaufsichten in Zukunft zu unterbinden. Ich appelliere an uns alle, auch hierbei das Wort zu führen, das Thema in politischen Kreisen zu etablieren und damit Sorge zu tragen, dass es in der kommenden Regierung eine Rolle spielt und ebenfalls Veränderungen erfährt.

Liebe Kolleginnen und Kollegen,

das weitere Thema, welches ich kurz anreißen möchte, ist weit weniger abhängig von äußeren Einflüssen, wie Wahlen, soll aber dazu dienen, uns von äußeren Einflüssen unabhängiger zu machen. Es geht um ORANGE_2020. Dieses Projekt ist ungemein wichtig für die DAK-Gesundheit, da seine passgenaue Umsetzung für die Wettbewerbsfähigkeit entscheidend sein wird. Sozialverträglicher Personalabbau, Aufgaben- und Kapazitätsmanagement, kurz AKM, verbesserter Kundenservice und Telefonie, die Entwicklung und Einführung digitaler Produkte und Kanäle, sowie auch die Neuaufstellung der Zentrale sind auszugsweise Stichworte, die für ORANGE_2020 stehen und die bereits über diese Stichworte zeigen, dass an den verschiedensten Stellen Veränderungsbedarf bestand und auch weiter besteht.

Der Vorstand und die Verwaltung ist seit 2016 dieses Gesamtprojekt mit Vehemenz angegangen und erste Erfolge, vor allem im personellen Bereich waren schnell sichtbar und stellen einen gewichtigen Punkt bei der Reduktion unserer Kostenstrukturen dar. Wir konnten bisher im Verwaltungsrat und in den Ausschüssen ORANGE_2020 mit gutem Gewissen begleiten und unterstützen. Ich wünsche mir, dass wir diese Unterstützung fortsetzen werden. Dieses Projekt, verbunden mit der weiteren Migration der Versichertenbestände in DAKISS_21c, ein konsequentes Kosten- und Leistungsmanagement, sowie die Forcierung des Vertriebes in seinen verschiedenen Ansprachekanälen sind allesamt entscheidende Bausteine für den sich wiedereinstellenden Erfolg der DAK-Gesundheit. Ich habe den Eindruck, wir sind hier auf einem guten Weg. Wir als Verwaltungsrat haben die Aufgabe, diesen Weg kritisch und konstruktiv zu begleiten. Ich denke, dazu sind wir alle bereit und gehen diesen Weg gerne mit. Am Ende, der sicher wieder der Anfang eines neuen Weges ist, steht das Ziel, wieder Wachstumskasse mit gesunden Strukturen zu werden. Ich freue mich darauf, diesen Weg mit Ihnen gemeinsam zu gehen.

Ich danke Ihnen für Ihre Aufmerksamkeit.

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