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Wenn es die Selbstverwaltung nicht gäbe, müsste man sie erfinden

Quelle: GKV 90Prozent

Zum Ende der laufenden Legislaturperiode legt Karin Maag, die bisherige gesundheitspolitische Sprecherin der CDU, ihr Bundestagsmandat nieder. Sie stellt sich neuen Herausforderungen und hat zum 1. Juli ihr neues Amt als unparteiisches Mitglied im Gemeinsamen Bundesausschuss (G-BA) angetreten. Anlässlich ihres Amtsantritts hat die Redaktion von „GKV-90Prozent“ mit Frau Maag gesprochen. Im Interview gibt sie einen Einblick, wie sich ihre Aufgaben im Bundestag und G-BA unterscheiden, wie sie mit negativen Schlagzeilen umgeht und welchen Stellenwert die Selbstverwaltung im Gesundheitswesen in der Zukunft einnehmen wird.

Frau Maag, wo sehen Sie die größten Unterschiede zwischen Ihrer bisherigen Arbeit im Bundestag und Ihren zukünftigen Aufgaben im G-BA?
Meine neue Aufgabe ist sehr viel näher an der medizinischen Versorgung der Patientinnen und Patienten entlang des Leistungsangebotes der gesetzlichen Krankenversicherung. Manches, was ich ganz persönlich im Bundestag anstoßen konnte, wird beim G-BA umgesetzt. Selten bekommt man die Chance, bei solchen Prozessen an anderer Stelle weiter dabei zu sein. Ich freue mich auch auf die Diskussionen darüber, wie wir gemeinsam in der Selbstverwaltung guten Ideen zum Durchbruch verhelfen können.
Werden Sie etwas vermissen? Und gibt es etwas, auf das Sie sich besonders freuen?
Den Reichstag habe ich nie gleichgültig betreten, sondern stets mit Achtung und Respekt vor dem Amt und den Menschen. Das hat sich bis zum letzten Tag nicht geändert. Als Abgeordnete habe ich mich immer gefreut, wenn ich ganz konkret helfen konnte. Lösungen für Probleme zu finden, dieser Anspruch bleibt auch in meinem neuen Amt erhalten. Ich freue mich auf den Austausch mit den Expertinnen und Experten, die an einem G-BA-Beschluss beteiligt sind – von den Träger- und Patientenorganisationen bis hin zu zahlreichen Expertinnen und Experten aus Wissenschaft und Praxis.Und natürlich freue ich mich auch auf die Zusammenarbeit mit den anderen beiden unparteiischen Mitgliedern, Prof. Hecken und Dr. Lelgemann, sowie mit den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Geschäftsstelle des G-BA. Ich hoffe, dass wir alle gemeinsam unser gutes Gesundheitssystem noch besser machen.
Gerade weil die Entscheidungen des G-BA auf einen mit Daten und hochwertigen Studien belegbaren Patientennutzen ausgerichtet sind, lässt sich eine gewisse Zeitschiene schwer unterbieten.
Der G-BA steht immer mal wieder mit negativen Schlagzeilen in der Presse – oft mit Bezug auf Prozesse und Strukturen. Was entgegnen Sie den Kritikerinnen und Kritikern?
Ich teile solche pauschale Kritik nicht. Der G-BA hat anspruchsvolle Aufgaben. Von außen habe ich bisher wahrgenommen, dass interne Prozesse und Strukturen immer wieder überprüft und ggf. nachjustiert werden. Dort, wo das Verständnis für Verfahrensabläufe noch fehlt, will ich künftig im Austausch mit allen Beteiligten gerne aufklären und für Verständnis werben bzw. Lösungen finden.Gerade weil die Entscheidungen des G-BA auf einen mit Daten und hochwertigen Studien belegbaren Patientennutzen ausgerichtet sind, lässt sich selbst bei schlanken Strukturen und hochmotivierten, kompetenten Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern eine gewisse Zeitschiene schwer unterbieten.Im Übrigen kann ich mit Herausforderungen gut umgehen, das habe ich in der Politik gelernt.

Quelle: GKV 90Prozent

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