Sprachrohr für 5,5 Millionen – Ralf Spille ist Mitglied im Verwaltungsrat der DAK-Gesundheit
30. Januar 2024
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Wenn es um die Gesundheit geht

Quelle: Tanja Schneider, Kreiszeitung, Wildeshauser Zeitung

Dötlingens Ex-Bürgermeister Ralf Spille vertritt ehrenamtlich Belange von 5,5 Millionen DAK-Versicherten.

Haidhäuser – Als Bürgermeister vertrat Ralf Spille die Belange von mehr als 6 000 Dötlingern, als Kreistagsabgeordneter tritt er für die Interessen von gut 130 000 Einwohnern im Landkreis Oldenburg ein, und im bundesweiten Verwaltungsrat der DAK-Gesundheit gehört er seit Herbst vergangenen Jahres zu den Sprachrohren für 5,5 Millionen Versicherte. Der Haidhäuser ist als einziger Niedersachse in dem Gremium, das sich aus 28 Gewählten sowie zwei Arbeitgebervertretern zusammensetzt und sich inhaltlich unter anderem mit der Kassenpolitik sowie dem Haushaltsrecht der DAK befasst. Auch Einzelfallklärungen zählen dazu.

Der Verwaltungsrat der DAK-Gesundheit setzt sich aus zwei Vertretern der Arbeitgeberseite und 28 von den Versicherten Gewählten zusammen. Zu Letzteren gehört auch Ralf Spille (hinten, r.). © DAK-Gesundheit

 

„Der Verwaltungsrat entspricht im weitesten Sinne dem Aufsichtsrat einer Aktiengesellschaft. Er trifft alle Entscheidungen, die für die DAK-Gesundheit von grundsätzlicher Bedeutung sind“, beschreibt die nach eigenen Angaben drittgrößte Krankenkasse Deutschlands die Aufgaben. Spille winkt ab. Der Einfluss sei begrenzt. „Aber ich finde es richtig und wichtig, aus der Basis heraus mitzuwirken.“

Sein Engagement begann schon vor fast 25 Jahren. Anlässlich der damaligen Sozialwahl seiner Krankenkasse flatterte dem Haidhäuser ein rosa Wahlzettel ins Haus. „Und ich habe mich gefragt: Was ist denn das und was machen die Gewählten?“, erinnert sich Spille. Er informierte sich und trat der gewerkschaftsunabhängigen DAK-Mitgliedergemeinschaft bei. Für diese ging er bei der Wahl auf Listenplatz 15 ins Rennen. „Und die Mitgliedergemeinschaft hat 15 Sitze bekommen“, berichtet der 67-Jährige. Weitere Plätze fielen unter anderem an die DAK-VRV und an ver.di. „Die Wahlbeteiligung war allerdings niedrig. Sie lag nur bei etwa 20 Prozent – und das, obwohl erstmals auch online abgestimmt werden konnte“, bedauert Spille.

Den Verwaltungsrat vergleicht er ein wenig mit dem Kreistag. In beiden Gremien sitzt der einstige Bankbetriebswirt im Finanzausschuss und entscheidet mit über die jeweiligen Haushalte. Während es im Landkreis um Millionen geht, sind es bei der DAK allerdings Milliarden. Die Mitbestimmung bei einzelnen Posten sei bei der Krankenkasse aber begrenzt. Dennoch: Wenn Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) beispielsweise die Finanzierung homöopathischer Behandlungen durch gesetzliche Kassen streichen will, darf der Verwaltungsrat mitreden. „Das ist schon spannend. Zudem lernt man viele interessante Menschen kennen“, sagt der Haidhäuser über die ehrenamtliche Tätigkeit.

Der Verwaltungsrat trifft sich einmal im Quartal. Hinzu kommt Spilles knapp 20 Jahre langes Engagement in einem der insgesamt 15 Widerspruchsausschüsse. Diese prüfen – wie der Name es vermuten lässt – von Versicherten eingelegte Widersprüche. „Zwischen 80 und 100 Fälle schaue ich mir monatlich an“, berichtet der 67-Jährige. Das klinge viel. Er sei aber für Streitfälle im Bereich „Beiträge“ zuständig, wo das meiste gesetzlich geregelt sei und dementsprechend schnell beantwortet werden könne. „Andere Widerspruchsausschüsse müssen beispielsweise die Einordnung einer Pflegestufe überprüfen oder ob es sich bei der Ohrkorrektur tatsächlich um eine Schönheits-OP handelt“, beschreibt Spille die Fälle. Das sei zeitaufwendiger.

Die alle sechs Jahre stattfindende Sozialwahl ist nach Bundestags- und Europawahl die drittgrößte demokratische Abstimmung in Deutschland. Im Jahr 2023 waren etwa 52 Millionen Menschen wahlberechtigt, aber nur rund 22 Prozent wählten die Sozialparlamente von Techniker Krankenkasse, Barmer, DAK-Gesundheit, KKH und der hkk, den sogenannten Ersatzkassen, und der Deutschen Rentenversicherung Bund. Spille hofft, dass die Beteiligung wieder steigt und mehr Bürger mit ihrer Stimme einen Beitrag für Rente und Gesundheit leisten.

Quelle: Tanja Schneider, Kreiszeitung, Wildeshauser Zeitung

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