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Forderung: Gesundheitsportale dürfen keine Sammelbecken persönlicher Gesundheitsdaten für Werbezwecke sein

Im Zusammenhang mit der Berichterstattung auf www.Tagesschau.de und in weiteren Medien fordert Roman Weber als Versichertenvertreter für die DAK Mitgliedergemeinschaft im Verwaltungsrat der DAK-Gesundheit, dass die Politik die notwendigen Maßnahmen ergreift, damit Versicherten- und Krankheitsdaten, die im Internet, insbesondere auf Gesundheitsplattformen, hinterlassen werden, vor missbräuchlicher Verwendung, wie z. B. der nicht zugestimmten Weitergabe an Dritte, geschützt sind.

Es ist erschreckend wie eine Vielzahl von Gesundheitsplattformen mit sehr persönlichen Gesundheits- und Krankheitsdaten umgeht. Versicherte müssen sich sicher sein können, dass ihre Daten, die sie bei der Recherche auf Gesundheitsplattformen hinterlassen, vertraulich behandelt und z. B. nicht an Dritte zu Werbezwecken weitergegeben werden, so Roman Weber.

Hintergrund dieser Forderung ist, dass in einer Studie, die im Auftrag der Nichtregierungsorganisation Privacy International, London, erstellt wurde, seitens der Forscher festgestellt wurde, dass auf 97 Prozent der untersuchten Seiten von Gesundheitsplattformen Hinweise auf Drittanbieter – z. B. sogenannte Tracker – gefunden wurden. Anhand solcher Tracker können z. B. Werbenetzwerke Profile von Nutzern erstellen.

Insgesamt wurden 136 Gesundheitsportale in deutscher, englischer und französischer Sprache, auf denen u.a. Informationen zu psychischen Erkrankungen aufgerufen werden können, untersucht. Auch die 44 in Deutschland untersuchten Seiten hatten zu knapp zwei Drittel solche Tracker eingesetzt.

Die Politik ist dringend gefordert, dieser Praxis Einhalt zu gebieten, so die Forderung der DAK Mitgliedergemeinschaft als Vertreter der Versicherten.

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