Soziale Selbstverwaltung bei den Medizinischen Diensten stärken – nicht schwächen
13. Mai 2019
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Erklärung zum Tag der Selbstverwaltung

Foto: Jens Jeske/vdek

Foto: Jens Jeske/vdek

Der aus ehrenamtlichen Versicherten- und Arbeitgebervertretern sowie den hauptamtlichen Vorständen der Ersatzkassen bestehende Gesamtvorstand des Verbandes der Ersatzkassen e. V. (vdek) fordert die Bundesregierung in einer Erklärung auf, ihre Pläne zur Abschaffung der Sozialen Selbstverwaltung im Verwaltungsrat des Spitzenverbandes Bund der Krankenkassen (GKV-SV) zurückzuziehen.

Gravierende Folgen für die Gesundheitsversorgung

Wenn die Politik die demokratisch gewählten Vertreter der Versicherten und Arbeitgeber aus dem obersten Entscheidungsgremium des GKV-SV entfernt und durch hauptamtliche Kassenvorstände ersetzt, bedeutet dies faktisch eine Abschaffung der Sozialen Selbstverwaltung auf Bundesebene, betonte der vdek-Gesamtvorstand anlässlich der Veröffentlichung der Erklärung zum Tag der Selbstverwaltung am 18. Mai 2019. Dieser im Entwurf des Faire-Kassenwahl-Gesetzes (GKV-FKG) geplante Schritt wäre ein Systembruch mit gravierenden Folgen für die Gestaltung der Gesundheitsversorgung in Deutschland, so das vdek-Gremium. Der Gesamtvorstand unterstrich: Durch die Soziale Selbstverwaltung wirken die Betroffenen direkt an wichtigen Entscheidungsprozessen des GKV-SV mit. Mehr noch: Sie sind ein Garant dafür, dass dessen Beschlüsse praxisgerecht, ökonomisch vertretbar und gesellschaftlich akzeptiert sind. Die Soziale Selbstverwaltung agiert dabei parteipolitisch unabhängig und trägt wesentlich zur Stabilität der sozialen Sicherungssysteme bei.

Gesamtvorstand fordert Stärkung der Selbstverwaltung

Die Vorstände der Ersatzkassen sowie die gewählten Vertreter der Versicherten und Arbeitgeber weisen in der Erklärung gemeinsam darauf hin, dass die Entfernung der ehrenamtlichen Selbstverwalter aus dem GKV-SV-Entscheidungsgremium auch gravierende Folgen für die demokratische Legitimation weiter wichtiger Institutionen des Gesundheitssystems hätte. Die gewählten Selbstverwalter vertreten den GKV-SV im Gemeinsamen Bundesausschuss (G-BA), in den Gremien des Institutes für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG), des Institutes für Qualität und Transparenz im Gesundheitswesen (IGTIG), des Medizinischen Dienstes des Spitzenverbandes Bund der Krankenkassen (MDS) sowie in der gematik.

Der Gesamtvorstand fordert in seiner Erklärung die Bundesregierung ausdrücklich auf, die gemeinsame und die Soziale Selbstverwaltung zu stärken, wie sie es im Koalitionsvertrag festgeschrieben hat. Dazu müsse sie der Selbstverwaltung die Kompetenzen geben, über die Belange der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) schnell und effizient zu entscheiden.

Die Erklärung im Wortlaut können Sie hier einsehen und herunter laden.

© vdek.com

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