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Rainer Kilian ist seit 35 Jahren ehrenamtlicher Versichertenberater

Rainer Kilian aus Holzhausen am Hahn ist gefragt. Bereits seit 35 Jahren engagiert er sich ehrenamtlich als Versichertenberater. Für die Menschen in und um Edermünde ist der 64-Jährige Ansprechpartner, wenn es um das Thema gesetzliche Altersrente oder Reha-Anträge geht. Während der nun seit mehr als einem Jahr währenden Corona-Pandemie findet die Beratung unter strengen Hygiene- und Abstandsregeln und mit Corona-Schnelltests in seinem Büro statt. Von Hausbesuchen sieht er in diesen Zeiten ab; wenn jemand nicht zu ihm kommen kann, berät Kilian telefonisch oder lässt sich alle Unterlagen vorbeibringen.

Im Laufe seiner 35-jährigen Tätigkeit hat Kilian einige Gesetzesänderungen miterlebt und sich ein großes Wissen angeeignet. Davon profitieren die Versicherten, die sich kostenlos von ihm beraten lassen können. ‚Man muss sich in die Gesetzesbücher einlesen‘, sagt Kilian. Er kennt sich aus mit Mütterrente, Teilerziehungsgesetz, Erwerbsminderungsrente und vielem mehr. Was sind die Auswirkungen, je nachdem wann ich in Rente gehe? Diese und weitere Fragen beschäftigen die Versicherten. Kilian, hilft, sie zu beantworten. Seit 2018 funktioniert alles elektronisch. ‚Ich drücke nur auf die Taste, dann ist der Rentenantrag raus‘, sagt er.

Kilian ist seit den Sozialwahlen 1986 als Versichertenberater tätig. In einem Grund- und Aufbaulehrgang bekam er das nötige Wissen für seine Tätigkeit vermittelt. Damit er trotz der sich oft ändernden gesetzlichen Lage immer auf dem neuesten Stand ist, erhält er jedes Jahr eine einwöchige Fortbildung. Die Beratung der Versicherten ist ein Ehrenamt mit großer Verantwortung. ‚Ich habe noch keine Ge-richtsverhandlung wegen Falschberatung gehabt‘, sagt er. Für sein zeitintensives Hobby, das ihn an vielen Abenden beansprucht, erhält er eine geringe Aufwandsentschädigung. ‚Die Familie muss das mitmachen‘, sagt er. Heute fänden sich kaum noch junge Leute, die ehrenamtlich als Versichertenberater tätig sein wollen. Allerdings werde der Beratungsbedarf bei den Menschen immer größer.

Dass er selbst 39 Jahre im Bereich der Krankenversicherung gearbeitet hat, sei für sein Ehrenamt von Vorteil. Von 1971 bis 1980 war er Großhandelskaufmann bei Cl. Bergmann in Kassel. Nebenher machte er eine Ausbildung zum Sozialversicherungsangestellten.1981 wechselte Kilian zur Deutschen Angestellten Krankenkasse (DAK). Zuletzt war er für diese als Regionalgeschäftsführer in Kassel tätig. Daran, sein Ehrenamt aufzugeben, denkt Kilian noch nicht.

Sein Ziel: Bei den Sozialwahlen 2023 will er noch mal antreten. 2026 wäre Kilian dann seit 40 Jahren dabei. Aber er weiß: ‚Wenn man nicht mehr hinterherkommt, sollte man aufhören‘.

Über die Menschen, die er berät, sagt Kilian: ‚Die Versicherten sind sehr dankbar, dass sie jemanden vor Ort haben‘. Viele die sich telefonisch oder bei der Rentenversicherung in Kassel beraten lassen, seien überfordert und kämen dann mit ihrem Stapel Unterlagen zu ihm. Versichertenberater kann jeder werden, der volljährig, rentenversichert oder Rentenbezieher ist, in Deutschland wohnt oder arbeitet und dessen Versichertenkonto bei der Deutschen Rentenversicherung Bund geführt wird.

Walter Hoof, Vorsitzender der DAK Mitgliedergemeinschaft e. V. gratuliert ihrem Mitglied Rainer Kilian zu diesem besonderen Jubiläum. Die DAK Mitgliedergemeinschaft e. V. wird sich auch bei den Sozialwahlen 2023 wieder bewerben. Rainer Kilian wünscht er, dass er noch viele Jahre im Dienste der Versicherten bei bester Gesundheit aktiv bleiben wird.

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